Grenzen setzen: warum ein Nein oft ein Ja zu dir selbst ist

Momentan muss ich viel mehr Grenzen setzen, als mir lieb ist. Aber vielleicht gerade so viele, wie ich brauche. Warum es mir so schwer fällt und warum es trotzdem so wichtig ist, mit einem Nein zu anderen Ja zu sich selbst zu sagen.

Kurzes Update: das ist gesundheitlich gerade bei mir los

Auf Instagram habe ich schon seit Wochen darüber geschrieben, dass aktuell gesundheitlich etwas nicht stimmt. Es folgten etliche Ärzt*innenbesuche, kurzzeitige Hoffnungsschimmer auf eine Art Diagnose, dann doch wieder neue Symptome und Unwissen. Es gibt bessere Tage, es gibt schlechtere Tage, aber seit Ende Juli gab es keinen einzigen ganz normalen Tag.

Ich bin deswegen gerade gezwungen, richtig auf die Bremse zu treten. Wenn Leute mir momentan schreiben, dass sie es gut finden, dass ich „auf meinen Körper höre“ und „mir Ruhe gönnen“ soll, dann ist das lieb gemeint, aber leider aktuell etwas fernab der Realität. Mein Körper zwingt mich in die Knie. Ich bin nicht gut darin, auf meinen Körper zu hören, ich bin die erste, die Grenzen überschreitet, ich bin die letzte, die sich Ruhe „gönnt“ und die erste, die auf den Beinen ist, sobald sie halbwegs stehen kann.

Grenzen setzen

Grenzen setzen: Egoismus oder Selbstfürsorge?

Mit meiner Therapeutin habe ich immer wieder Gespräche darüber, dass mir Nein sagen schwer fällt. Dass ich mich schuldig fühle. Dass ich denke, nichts und niemandem gerecht zu werden. Über Egoismus haben wir lange geredet. Ich habe gesagt, dass ich es nicht egoistisch finde, sich zurückzunehmen, wenn es einem nicht gut geht. Daraufhin hat sie mir gesagt, dass man sich unabhängig davon, wie es einem geht, zurücknehmen darf. So banal das klingt, es war für mich mindblowing. Ich darf auch dann Grenzen setzen, wenn ich gesund, munter und fit bin. Ich darf die Menschen treffen, wenn ich Lust habe, aber schulde niemandem etwas. Denn ganz ehrlich: möchtest du, dass eine Person Zeit mit dir verbringt, weil sie denkt, sie muss?

Reminder an mich selbst: präventive Grenze

Grenzen muss man also nicht erst setzen, wenn „es zu spät ist“. Man braucht sie, um gesund zu sein, zu bleiben und auch um gesunde Beziehungen zu führen.

Ich lerne es gerade auf die harte Tour. Und was auch immer gerade nicht stimmt, am Ende wird es vielleicht dafür gut sein, dass ich in Zukunft keine Notbremsungen mehr mache, sondern auch mal präventiv im niedrigeren Gang bleibe.

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